»Unser Buch-Tipp der Woche«
 | 
|
Christiana Engelmann, Cornelia Gyárfás und Claudia Kaiser: »Möglichst Goethe. Ein Lesebuch«
(DTV, Reihe Hanser, 496 Seiten, ISBN 978-3-423-62331-5, 11/2007)
»Selten, dass mir etwas mißlang.« Goethe
»Die
Aktualität Goethes liegt auf der Hand: Nicht nur sein ganzheitliches
Bildungskonzept klingt modern, beinhaltet es doch Sozialkompetenz,
lebenslanges Lernen, Perspektiven- und Berufswechsel. Goethe zeigt
auch, wie man mit Erfolg und Scheitern umgehen kann, Erfahrungen, die
auch vielen Menschen im 21. Jahrhundert nicht fremd sein dürften. Seine
Risikobereitschaft und seine Strategien zur Überwindung von Ängsten und
nicht zuletzt seine große Neugierde auf fremde Kulturen machen die
Schriften Goethes zu einer zeitgemäßen Lektüre für junge Leser.
Die Persönlichkeit Goethes und sein
Werk werden in diesem Lesebuch beleuchtet. Der rote Faden durch sein
Leben und seine Texte besteht im lebenslangen Hadern und Ringen um
Selbstvergewisserung, wenngleich er ein Mann war, dessen Kräfte,
Interessen, Möglichkeiten und Begabungen unbegrenzt scheinen.
Die Kapitel geben durch ihre
chronologische Anordnung Überblick und Orientierung zum Leben und vor
allem zum Werk Goethes. Unterschiedliche Textarten - sowohl bekannte
als auch unbekannte, naturwissenschaftliche, dramatische, erzählende
oder theoretische Schriften und Briefe - werden gleichsam »übersetzt«,
so dass ein Einlesen möglich ist und deutlich wird, dass Goethe ein
höchst interessanter Gesprächspartner für Jugendliche über die
Jahrhunderte hinweg ist.«
Weitere Informationen Leseprobe Pressestimmen
 | 
|
Erika von Borries: »Wilhelm Müller: Der Dichter der Winterreise«
(C.H. Beck Verlag, ISBN 978-3-406-56212-9, 2007)
Die erste große Biographie Wilhelm Müllers
»Wilhelm Müller (1794 – 1827), der
Dichter der Winterreise und der Schönen Müllerin, die durch Franz
Schubert zu den berühmtesten Liederzyklen der Musikgeschichte wurden,
war zu Lebzeiten einer der angesehensten deutschen Lyriker. Erika von
Borries erzählt in ihrer anschaulichen und fesselnden Biographie sein
Leben. Sie löst seine Texte aus dem Bann der Musik und gibt ihnen ihre
literarische Bedeutung zurück.
Wilhelm Müller hat es in seinem kurzen
Leben vom einfachen Schneidersohn zum herzoglich Dessauischen
Hofbibliothekar und Hofrat gebracht. In höchstem Maße sprachbegabt und
weltoffen, wurde er einer der wichtigsten Vermittler der europäischen
Literatur. Als Übersetzer, Kritiker, wissenschaftlicher Publizist und
Schriftsteller arbeitete er vor allem für den liberalen Leipziger
Verleger Brockhaus; daneben war Müller Lehrer für Latein und Griechisch
an der Dessauer Gelehrtenschule. Mit seinen Liedern der Griechen
engagierte sich Müller leidenschaftlich für den Freiheitskampf der
Hellenen gegen die Türken, so daß er schon zu Lebzeiten den rühmenden
Beinamen „Griechen-Müller“ erhielt.
Die Biographie zeichnet sein Leben und
Wirken im Umfeld seiner Zeitgenossen Brentano, Eichendorff, Tieck,
Gustav Schwab, Fouqué, Goethe u.a. nach: ein exemplarisches Leben
zwischen Romantik und „Jungem Deutschland“, zwischen den großen
Hoffnungen der Befreiungskriege und der tiefen Enttäuschung im
Restaurationszeitalter.«
(Mit zwei CDs (CD 1: Gert Westphal
liest Die Winterreise und Die schöne Müllerin. CD 2: Neueinspielung der
Winterreise (Schubert) von Florian Prey (Bariton) und Wolfgang Leibnitz
(Klavier)). 320 S.: mit 29 Abbildungen. In Leinen)
Weitere Informationen Leseprobe Rezensionen Inhaltsverzeichnis
 | 
|
Gabriele Radecke Hg.: August von Goethe. Wir waren sehr heiter, Reisetagebuch 1819
(Aufbau-Verlag, ISBN: 978-3-351-03209-8, 2007)
Ein neuer Blick auf Goethe und seinen Kreis
Im Mai 1819 brach August von Goethe mit seiner Frau
nach Preußen und Sachsen auf. Erst jetzt, 188 Jahre später, erscheint
sein Tagebuch mit vielen, teils unveröffentlichten, Briefen aus seinem
Umfeld. Es ist wie ein großer fortgesetzter Brief an den Vater in
vielerlei Spiegelungen.
Täglich führt der Sohn Tagebuch, so wie es der
Vater will. Aufmerksam notiert er die Erlebnisse seiner Reise nach
Potsdam, Berlin, Dessau, Dresden, Leipzig und in die Sächsische
Schweiz. Der Aufenthalt des berühmten Paares in der preußischen
Hauptstadt wird ein gesellschaft-liches Ereignis: August und Ottilie
besuchen die Theater und Balletts, werden bei Hofe eingeführt und von
der politischen und künstlerischen Prominenz empfangen. In den
Tagebuchtext eingefügt sind Augusts Briefe an den Vater und dessen
Antworten sowie Ottilies Korrespondenz mit der Mutter und den Freunden
- eine bedeutsame Stimmencollage, in der Szenen einer spannungsreichen
Ehe und einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung aufscheinen.
Mit unveröffentlichten Briefen von Ottilie von Goethe, Adele Schopenhauer, Graf Brühl u. a.
Weitere Informationen Leseprobe Rezensionen
 | 
|
Nicola Gess: »Gewalt der Musik. Literatur und Musikkritik um 1800«
(Rombach Verlag, ISBN 978-3-7930-9450-0, 2006)
»Es könne wohl die Gewalt der Töne gewesen sein,
die, an jenem schauerlichen Tage, das Gemüt ihrer armen Söhne zerstört
und verwirrt habe.« (Kleist)
Die Rede von der »Gewalt der Musik« – eine vom
Feuilleton immer noch gern gebrauchte Wendung – ist in der Goethezeit
weit verbreitet. Sie wird in fiktionalen Texten, Musikkritiken und
ästhetischen Schriften thematisiert und motivisch unterschiedlich
ausgestaltet, u.a. als Verführung zu amoralischer Sinnenlust, als
Induzierung von Wahnsinn und Überwältigung des Hörers. Wie aber kommt
es zur Ausbildung und Verbreitung dieses Topos um 1800? Was macht die
Wirkung von Musik so bedrohlich? Handelt es sich um bloße Fiktion oder
ist die »Gewalt der Musik« eine real empfundene? Leistet die Musik der
Zeit der Gewalterfahrung Vorschub? Welche Arten von »Gewalt der Musik«
lassen sich unterscheiden? Dient sie der Literatur nur als
interessantes Motiv oder kommt ihr auch eine poetologische Funktion zu?
Das vorliegende Buch unterzieht literarische, musikkritische und
philosophische Texte sowie Musikbeispiele einer genauen Analyse, und
verfolgt somit einen originär transdisziplinären und intermedialen
Ansatz.
Weitere Informationen
 | 
|
Jutta Rebmann: Angelika Kauffmann
(Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-21029-4, 2007)
Das außergewöhnliche Leben der Angelika Kauffmann - die gefeiertste Malerin des 18. Jahrhunderts.
»Meine Heimat ist jede bewohnte Welt«, sagte
Angelika Kauffmann von sich - schon im 18. Jahrhundert eine wirkliche
Europäerin, die in Deutschland, England und Italien gleichermaßen
verehrt wurde. 1741 als Tochter des Wandermalers Johann Joseph
Kauffmann geboren, überraschte sie schon früh mit ihrer künstlerischen
Begabung. Ihr Talent und ihr Charme eröffneten ihr den Zugang zur
geistigen und kulturellen Elite ihrer Zeit. Winckelmann, Klopstock,
Herder und Goethe waren mit ihr befreundet. Neben Joshua Reynolds
gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Royal Academy in London.
Kaiser und Könige gingen in ihrem Atelier in Rom ein und aus. Ihr Haus
auf dem Pincio wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt.
Weitere Informationen
|